Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2015-04 - 18.03.2015

Equal Pay Day Aktion in Nürnberg

Seit einigen Jahren wird am EQUAL PAY DAY die Entgeltgleichheit öffentlich thematisiert. Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. „Recht auf mehr!“ ist das Motto des diesjährigen Equal Pay Day.

„Da fehlt noch was“ – sind sich die Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg Eva Löhner und der Chef des DGB Mittelfranken Stephan Doll einig.

Eva Löhner geht noch weiter und fordert: „Ein Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung, damit Frauen nach einer familienbedingten Reduzierung ihre Arbeitszeit wieder aufstocken können, ist längst überfällig. Ebenso fehlen immer noch gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, damit Unternehmen verpflichtet werden, ihre Gehälterpraxis geschlechtergerecht zu gestalten.“ Der Vorstoß von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, der beschreibt, wie Arbeitgeber die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent aufzeigen sollen, kann ein wichtiger Schritt zu mehr Entgeltgleichheit sein.

„Die enorm angewachsene prekäre Beschäftigung ist weiblich. Das gilt für Mini-Jobs und befristete Beschäftigung, sowie für den expandierenden Niedriglohnsektor. Die Folgen einer solchen Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse werden sich zudem in einigen Jahren in steigender Altersarmut vieler Frauen noch zeigen“, erinnert der Vorsitzende des DGB Mittelfranken, Stephan Doll, und betont deshalb:Es ist wichtig, dass die Politik endlich gehandelt hat. Der bundesweit flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro ist ein erster und längst überfälliger Schritt in Richtung fairer Bezahlung von der überwiegend Frauen profitieren. Die Ausbeutung im Niedriglohnsektor muss bekämpft werden!“ Mit der Einführung des Mindestlohns ist es aber nicht getan. Die Arbeitgeber versuchen mit Hilfe der CSU die Destabilisierung des Mindestlohnes. Die Aufzeichnung der Arbeitszeiten, welche außer Beginn und Ende der Arbeit keine formalen Hürden stellt, scheinen im Technologiewunderland Bayern vielen Arbeitgebern zu kompliziert zu sein. „Solche schwachen Argumente sollen herhalten, um den Mindestlohn durch die Hintertür wieder lahm zu legen. Dies werden wir aber nicht mit uns machen lassen“, stellt Stephan Doll kampfessicher fest.

 

Der DGB Frauenausschuss weist alle Passantinnen und Passanten durch einem Stand am Freitag, 20. März zwischen 13 und 15 Uhr vor dem Modegeschäft Breuninger in der Karolinenstraße auf die Problematik der Minderbezahlung hin.


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