Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 26.11.2018
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

DGB fordert Gesamtkonzept für gewaltbetroffene Frauen

„Häusliche Gewalt gegen Frauen sind keine Einzelfälle“, sagt Gisberta Pirner, Vorsitzende des DGB-Frauenausschuss in Nürnberg. In Deutschland werde jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. „Schlagzeilenträchtig werde das Thema zumeist aber, wenn es sich bei dem Täter um Flüchtlinge handele“, kritisiert Pirner. „Gegen diese Verknüpfung wehren wir uns entschieden“, unterstützt DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll.

Jede zweite Frau, die Schutz von häuslicher und sexualisierter Gewalt sucht, findet derzeit keinen Platz in den Frauenhäusern im Bayern. „Die chronische Unterfinanzierung von Hilfsangeboten für weibliche Gewaltopfer und ihre Kinder muss eine Ende haben“, fordert Gewerkschafterin Pirner und erinnert an den dringend notwendigen Ausbau von Frauenhäusern, Frauennotruf und Fachberatungsstellen.

„Mut möchte ich allen Frauen zusprechen, die am Arbeitsplatz psychischer und körperlicher sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind“, appelliert Pirner an die Beschäftigten in Betrieben und Verwaltungen. „Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz ist verboten“, sagt Pirner und verweist auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Sie empfiehlt: „Holt euch Hilfe beim Betriebsrat oder Personalrat!“ „Arbeitsgeber haben eine Fürsorgepflicht für die einzelne Betroffene“, sagt DGB-Chef Doll. „Eine stillschweigende Duldung hätte verheerende Konsequenzen für das gesamt Betriebsklima und möglicherweise sogar strafrechtliche Konsequenzen.“

1999 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ zu erklären. Dies geht zurück auf die am 25. November 1960 vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik ermordeten und gefolterten drei Schwestern Mirabal. 1981 erinnerten lateinamerikanische und karibische Feministinnen an das Schicksal der drei Schwestern und erklärten ihren Todestag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Nürnberger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter erinnern mit einer Fahnen-Aktion „NEIN zu Gewalt an Frauen“ vor dem Gewerkschaftshaus an den Gedenktag.

Pressespiegel

Fallzahl schockieren (Nürnberger Nachrichten v. 26.11.2018


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