Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2015-01 - 01.02.2015

Auswirkungen des Mindestlohns

Dabei profitieren vom Mindestlohn Frauen wesentlich mehr als Männer. So sind in Mittelfranken von den ca. 35.000 vom Mindestlohn betroffenen Vollzeiterwerbstätigen etwa 20.500 Frauen, was einem Anteil von 59 % entspricht. Dieser Anteil erhöht sich, wenn zusätzlich Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber mitbetrachtet werden, da gerade diese Beschäftigungsformen unter Frauen sehr stark verbreitet sind.

In Mittelfranken können ca. 110.000 geringfügig Beschäftigte vom Mindestlohn profitieren. Dabei ist jedoch gerade auch auf die korrekte Dokumentation der Arbeitszeit zu achten. „Entließe man die Arbeitgeber aus der Pflicht, die Arbeitszeiten von geringfügig Beschäftigten korrekt zu erfassen, träfe das genau jene Gruppen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die besonders vom Mindestlohn profitieren“, betont Regina Schleser, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Nürnberg und weißt weiter darauf hin, dass „schon jetzt fast die Hälfte der Beschäftigten im Gastgewerbe Minijobber sind. Wenn sich CDU/CSU durchsetzen, geht das vor allem zu Lasten von hart arbeitenden und gering entlohnten Frauen in der Gastronomie, in der Hotellerie und in anderen Branchen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern. Es ist von keinem Arbeitgeber zu viel verlangt, die Arbeitszeiten seiner Beschäftigten korrekt zu erfassen. Diese Aufzeichnung ist kein `bürokratisches Monster´, sondern eine absolute Selbstverständlichkeit.“

In Bayern liegt die Arbeitslosenzahl im ersten Monat mit Mindestlohn um 4.442 Personen unter dem Vorjahresniveau bei einer auch weiterhin steigenden Arbeitskräftenachfrage. Jürgen Göppner, Geschäftsführer von verdi Mittelfranken, meint dazu: „Die Schwarzmalerei der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, die vor dem Verlust von bis zu 1,2 Millionen Arbeitsplätzen gewarnt hat, wurde von der Realität eingeholt. Der Mindestlohn verhindert nicht nur keine Arbeitsplätze, sondern führt, gerade auch bei den Beschäftigten im Dienstleistungssektor, zu mehr Geld in der Tasche.“

Dabei zeigt die Statistik zwischen den Regionen Mittelfrankens große Unterschiede, in wie weit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Mindestlohn profitieren können. „Der Anteil der betroffenen Vollzeiterwerbstätigen in Mittelfranken schwankt zwischen ca. vier Prozent in der Stadt Erlangen und ca. zehn Prozent im Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim. Daran erkennt man, wie sich die ungleiche wirtschaftliche Entwicklung in unterschiedlichen Teilen Mittelfrankens auf die Löhne der Beschäftigten auswirkt“, betont Stephan Doll, Chef des DGB Mittelfrankens und unterstreicht weiterhin: „Der DGB Mittelfranken wird sich auch in Zukunft für die korrekte Umsetzung des Mindestlohns einsetzen und mithilfe seiner Mitgliedsgewerkschaften Versuche zur Unterlaufung des Mindestlohns unterbinden und an die Öffentlichkeit bringen.“


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