Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2015-13 - 24.07.2015

Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt

Dieser zeigte anhand der Nürnberger Zahlen den aktuellen Handlungsbedarf in diesem Bereich auf. So weist Nürnberg aktuell über 21.000 erwerbsfähige Personen auf, die im Langzeitleistungsbezug des SGB II sind. Ca. 65 % davon sind 4 Jahre und länger im Leistungsbezug. Reiner Prölß: „Eine erschreckend hohe Anzahl an Menschen, die seit Jahren von der gesellschaftlichen Teilhabe abgeschnitten sind und mit den bisherigen Programmen der Jobcenter nicht erreicht werden“. Buntenbach und Doll stimmten zu, dass in diesem Bereich verstärkt gehandelt werden müsse.

Das gegenwärtig anlaufende Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ sei ein erster richtiger Schritt, um diesen Menschen wieder eine Perspektive zu geben, konstatierten Annelie Buntenbach und Stephan Doll. Dieser stellte weiterhin fest: „Die im Programm festgelegten 10.000 Plätze werden für diesen Kreis der Langzeitleistungsbezieher bei weitem nicht ausreichen. Bereits jetzt zeige sich, dass eine Ausweitung des Programms erforderlich ist. Die für Nürnberg beantragten 220 Plätze gleichen lediglich einem Tropfen auf den heißen Stein!“ Die Notwendigkeit eines solchen Förderprogrammes zeigt sich auch in der hohen Anzahl der Jobcenter, die Förderplätze aus dem Programm beantragt haben. So stellten bundesweit 200 statt den erwarteten 100 Jobcentern entsprechende Anträge. Mit dem Programm werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze befristet gefördert, die außer Konkurrenz des ersten Arbeitsmarktes sind.“

Sehr positiv empfanden Buntenbach und Doll, das vom Sozialreferat der Stadt Nürnberg getragene und auch vom DGB stark unterstützte Modellprojekt „Perspektiven für Familien“, welches erst im Rahmen des durch Druck des DGB Mittelfranken entstandenen Strukturprogramms Nürnberg Fürth entstehen konnte. „Durch den Blick auf die gesamte Familie kann deren Lebenssituation wesentlich effektiver verbessert werden, einschließlich der Integration in den Arbeitsmarkt.“, betonte Annelie Buntenbach. In der gemeinsamen Bearbeitung der Notlagen dieser Menschen durch das Jobcenter und das Jugendamt liege das Erfolgsrezept des Projektes, so die einhellige Meinung der Gesprächspartner. Das Erfolgsrezept des Modellprojektes müsse sowohl auf Bundesebene ausgeweitet als auch eine dauerhafte Förderung sichergestellt werden.

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