Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 003 - 28.05.2012

DGB Mittelfranken: Rente mit 67 ist und bleibt ein Rentenkürzungsprogramm

Angesichts des letzten Beiratstreffens des „Beschäftigungspaktes Westmittelfranken“ zeigt sich Stephan Doll, Vorsitzender des DGB Mittelfranken vom Gastredner Prof. Dr. Knuth enttäuscht.

„Ich kann es nicht anders werten, als dass hier massive Probleme der Rente mit 67 unter den Tisch gekehrt werden sollen“ so Doll.

Aktuell liegt das Renteneintrittsalter in Mittelfranken bei knapp unter 60 Jahren. Im Durchschnitt beziehen die Menschen in Mittelfranken 720 € Rente im Monat.

„Wer angesichts dieser Zahlen immer noch der Meinung ist, die Rente mit 67 währe sinnvoll, hat die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt“, so Doll weiter.

Wer dann noch, wir Herr Prof. Dr. Knuth, Aussagen trifft, wonach die Menschen heute körperlich nicht mehr so beansprucht werden und daher länger arbeiten könnten, verkennt endgültig die aktuellen Arbeitsverhältnisse. „Was wir in den letzten Jahren erleben sind ständige Arbeitsverdichtungen. Physische und gerade auch Psychische Leiden nehmen zu. Zudem verkennt Herr Knuth, dass es nach wie vor etliche Berufe gibt, die eine sehr hohe körperliche Belastung mit sich bringen.“

Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden überhaupt länger zu arbeiten. Dazu bedarf es grundsätzlichen Wandlungen in der Arbeitsgestaltung, bei der Organisation und der Leistungsdichte. Stephan Doll merkt hierzu an: „Viele Betriebe sind jedoch bisher gar nicht in der Lage auf die Bedürfnisse ihrer älteren Beschäftigten einzugehen.

Was Herr Prof. Dr. Knuth wiederum richtig sieht, ist, dass sich der Arbeitsmarkt und damit die Lebensverhältnisse immer mehr polarisieren. Wir erleben einen noch nie dagewesenen Aufstieg von prekärer Beschäftigung. „Das sind Jobs, von denen keiner leben kann. Erst recht nicht im Alter“, so Doll. „Das ist vorprogrammierte Altersarmut“.

Diese Entwicklung ist nicht neu, denn bereits heute müssen viele Rentnerinnen und Rentner zusätzlich ihre Rente auf Harz IV Niveau aufstocken lassen oder sie bessern ihre karge Rente durch einen 400 € Job auf. Der DGB sieht diese Entwicklung mit Sorge. Dies auch, da sich erst kürzlich herausgestellt hat, dass Menschen mit einer hohen Rente eine deutlich höhere Lebenserwartung haben, als Menschen mit niedriger Rente.

„Die Menschen werden somit gleich mehrfach bestraft. Erst miese Jobs, dann miese Rente und dann noch weniger Lebenszeit. Die Rente mit 67 trägt ihren Teil dazu bei“ so Doll abschließend.

 


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