Deutscher Gewerkschaftsbund

03.09.2018

Antikriegstag 2018: Flüchtlinge erleben unvorstellbares menschliches Leid

von Norbert Feulner

Der Sprecher des Nürnberger Friedensforums, Ewald Ziegler, macht zu Beginn der Kundgebung am Denkmal "Flucht und Vertreibung" am Hallplatz deutlich wohin es führt, wenn Krieg als Mittel zur Durchsetzung von Interessen dient: "Der Krieg ging 1939 von Deutschland aus und brachte viele Millionen Tote und kehrte nach Deutschland zurück und brachte wieder Tod und Vertreibung."

Das Friedensforum und der DGB werben in diesem Jahr für die Unterzeichnung der Petition "Abrüsten statt Aufrüsten". Sie richtet sich gegen das Ziel der NATO, die Rüstungsausgaben nahezu zu verdoppeln, auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. "Der DGB fordert alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, sich gegen das Zwei-Prozent-Ziel bei Rüstungsausgaben zu engagieren", sagt DGB-Regionssekretär Norbert Feulner. Diese weiteren 30 Milliarden Euro fehlen im zivilen Bereich für Investitionen in Bildung, sozialen Wohnungsbau, kommunale sowie digitale Infrastruktur, bessere Alterssicherung und mehr soziale Sicherheit.

Die Ursachen für Kriege und bewaffnete Konflikte liegen für Gewerkschafter Feulner auf der Hand: "Wir müssen uns den sozioökonomischen Problemen auf der Welt stellen, sonst ist ein Frieden schwer vorstellbar. Der Kampf für Verteilungsgerechtigkeit ist auch immer eine politische Friedensaufgabe." Die Zahlen sprechen aus seiner Sicht für sich: Von den rund 7,55 Milliarden Menschen auf der Erde haben gerade einmal ein Drittel einen umfassenden Zugang zu sozialen Sicherungssystemen. Schätzungweise 770 Millionen Menschen leben in Armut, obwoh sie arbeiten. Sie verdienen weniger als drei Dollar pro Tag. Konservativen Schätzungen zufolge sind 40 Millionen Menschen Opfer von moderner Sklaverei. "Von Europa und Deutschland muss eine Politik ausgehen, die hilft, Kriegen und Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Dort wo Armut, Verelendung, Überschuldung, Misswirtschaft, Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Bildungsdefizite und Umweltzerstörung vorherrschen wird es keinen Frieden geben können. Ich denke, dass die Verhinderung und Eindämmung von Krieg nur über einen gerechten Frieden gehen wird", sagt Feulner.

Bei einer Mitmachaktion des Jugendbündnisses - unter Federführung der DGB-Jugend Mittelfranken - konnten Passanten "Milliardensäcke" auf verschiedene Ressorts im Bundeshaushalt verteilen. Fazit: weniger für Rüstung, mehr für Soziales und Umwelt.

 


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