Deutscher Gewerkschaftsbund

15.10.2014

DGB fordert Ausladung des AfD-Politikers Starbatty durch die Wilhelm-Löhe-Hochschule Fürth

Der DGB fordert in einem offenen Brief den Rektor der Wilhelm-Löhe-Hochschule, Prof. Dr. Schoenauer auf, die Einladung des AfD-Politikers Prof. Joachim Starbatty anlässlich einer Tagung am 17.10. zu "Sozialunternehmer - Gestalter Sozialer Marktwirtschaft" zurückzunehmen. Die Diakonie Neuendettelsau, die die WLH gegründet hat, habe ein Leitbild, das sich der Solidarität mit hilfsbedürftigen, schwachen und ausgegrenzten Menschen verpflichte, so Doll. Dem stehe die Politik, die Starbatty vertritt entgegen, so fordere dieser z.B. im sogenannten "Hamburger Appell", dass die Entlohnung von Geringverdienern noch niedriger sein müsse und begründet dies damit, dass nur so eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage möglich sei.


Den gesamten offenen Brief findet ihr hier:

Sehr geehrter Prof. Dr. Schoenauer,

am 17. Oktober lädt die Wilhelm-Löhe Hochschule zur Tagung „Sozialunternehmer – Gestalter Sozialer Marktwirtschaft“. Als Referent zum Thema „Unternehmerische Verantwortung versus individuelle Gier in der Sozialen Marktwirtschaft“ soll dabei auch der emeritierte Volkswirtschaftsprofessor Dr. Joachim Starbatty auftreten. Nach seiner akademischen Laufbahn ist Starbatty aktuell vor allem als Funktionär der Partei Alternative für Deutschland bekannt, für die er seit Mai im Europäischen Parlament sitzt. Als Deutscher Gewerkschaftsbund protestieren wir scharf gegen diese Einladung.

Grundsätzlich verwundert es uns sehr, dass die private Wilhelm-Löhe-Hochschule, deren Träger mit der Diakonie Neuendettelsau in ihrem Leitbild für sich selbst in Anspruch nimmt „Teil des Sozialstaats zu sein und einen biblischen Auftrag zu haben“ einen Vertreter einer Partei einlädt, die laut dem Ergebnis einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung „wohlstandschauvinistische, marktradikale wie zum Teil auch nationalistische und kulturalisierende Tendenzen“ hat. Dies drückt sich zum Beispiel in Plakaten mit der Aussage "Wir sind nicht das Weltsozialamt" oder "Klassische Bildung statt Multikulti-Umerziehung" aus, die große inhaltliche Nähe zu Plakaten rechtsextremer Parteien wie der NPD hatten. Dr. Starbatty selbst pflegt Kontakte in das burschenschaftliche Milieu und war z.B. auch schon als Autor für die als rechtsnationalistisch eingeordnete Zeitung „Junge Freiheit“ tätig. Auch gehörte er dem Bund freier Bürger an – einer Partei, die ebenfalls hauptsächlich als Protest gegen die weitere europäische Integration gegründet wurde, und die als rechtspopulistisch eingestuft wurde.

Die Diakonie Neuendettelsau spricht in ihrem Menschenbild davon, dass alle Mitarbeiter der Solidarität mit hilfsbedürftigen, schwachen und ausgegrenzten Menschen verpflichtet sind. Dr. Starbatty hat als Unterzeichner des Hamburger Appells hingegen erklärt, dass „eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage nur durch niedrigere Entlohnung der ohnehin schon Geringverdienenden, also durch eine verstärkte Lohnspreizung, möglich sein wird. Eine Abfederung dieser Entwicklung sieht er durch „verlängerte Arbeitszeiten, verminderten Urlaubsanspruch oder höhere Leistungsbereitschaft“. Solidarität mit den schwachen, hilfsbedürftigen und ausgegrenzten sieht für uns in der Tat anders aus!

Wir fordern deshalb Sie, als Rektor der Hochschule und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau auf, Ihrem Leitbild zu folgen und Abstand zu nehmen von einem Vortrag Professor Starbattys.

 

Mit freundlichen Grüßen           

Stephan Doll

DGB-Geschäftsführer

Region Mittelfranken

 


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