Deutscher Gewerkschaftsbund

25.06.2021

Mehr in der Reisekasse mit Tarifvertrag

Urlaubsgeld ist bedeutender Lohnbestandteil

Kurzer Filmbeitrag zur Großtransparententhüllung am Gewerkschaftshaus Nürnberg. DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll erläutert darin Hintergründe und Forderungen

 

Unter den Bedingungen der Corona-Krise sei das Urlaubsgeld in diesem Jahr für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besonders wichtig, sagt Stephan Doll, Regionsgeschäftsführer des DGB Mittelfranken. „Viele Beschäftigte hoffen, nach der langen Zeit des Lockdowns im Sommer wieder in den Urlaub fahren zu können. Aber nicht alle werden sich dies auch leisten können. Gerade im Niedriglohnsektor haben viele Beschäftigte in Kurzarbeit teilweise empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Wer da jetzt Urlaubsgeld bekommt, kann sich glücklich schätzen“, so Doll.

Ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Der mit Abstand wichtigste ist die Tarifbindung. So erhalten 73 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen der Privatwirtschaft Urlaubsgeld, gegenüber nur 35 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag. In Ostdeutschland wird nach wie vor deutlich seltener Urlaubsgeld gezahlt als in Westdeutschland.

Während im Osten 33 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld erhalten, sind es im Westen 48 Prozent. Diese Unterschiede können in erster Linie auf die deutlich geringere Tarifbindung im Osten Deutschlands zurückgeführt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Unternehmens. Die Wahrscheinlichkeit, Urlaubsgeld zu erhalten steigt mit zunehmender Beschäftigtenzahl an. Auch hier besteht eine enge Korrelation mit der Tarifbindung, da große Unternehmen häufiger tarifgebunden sind.

Schließlich erhalten Männer mit 49 Prozent häufiger Urlaubsgeld als Frauen, von denen nur 41 Prozent eine entsprechende Sonderzahlung bekommen.

„Tarifverträge sind das A und O, wenn es darum geht, gute Arbeit, faire Entlohnung und ausreichend Urlaub zu gewährleisten. Deshalb ist es für uns essentiell, dass bei der öffentlichen Auftragsvergabe von Städten, Gemeinden und Landkreisen Tarifbindung eine wichtige Rolle spielt. Mit Steuergeldern darf keine Schmutzkonkurrenz gefördert werden. Der DGB Mittelfranken macht das in seiner Kampagne für kommunale Vergabeordnungen deutlich! Auch zur Bundestagswahl fordern wir ein Bundestariftreuegesetz“, sagt Doll.

Beispiel Metall- und Elektroindudstrie

Andreas Weidemann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg sagt: „Jahressonderzahlungen machen einen nicht zu unterschätzenden Unterschied bei der Entlohnung zwischen Unternehmen mit bzw. ohne Tarifbindung aus. In der Metall- und Elektroindustrie erhalten die Beschäftigten nach den tariflichen Bestimmungen 30 Tage Urlaub. Pro Urlaubstag gibt es zusätzlich 50 Prozent Urlaubsgeld. Somit entspricht das Urlaubsgeld 69 Prozent eines Monatsgehaltes. Neben dem Urlaubsgeld erhalten die Beschäftigten in der Metall-und Elektroindustrie (M+E) weitere Sonderzahlungen im Jahr. Dazu gehören Weihnachtsgeld, tarifliches Zusatzgeld A (T-Zug) mit Umwawandlungsoption in freie Tage, Transformationsgeld sowie 400 Euro T-Zug B. Somit haben Beschäftigte in der M+E Industrie tariflichen Anspruch auf 179 Prozent Sonderzahlung plus 400 Euro.“

Anlässlich des baldigen Beginns des Sommerurlaubs vieler Beschäftigter, enthüllt der DGB Mittelfranken deshalb ein Großtransparent zum Thema Urlaub und Urlaubsgeld.


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