Deutscher Gewerkschaftsbund

08.03.2022

Equal Pay Day 2022: Wir haben die Schnauze voll!

 

Medienspiegel

Wer kann denn da was machen?

Auf die größte Zusitmmung stießen folgende Aussagen auf einer Bodenzeitung:

  • sich solidarisieren
  • gemeinsam streiken
  • Gewerkschaft beitreten

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke wird die prozentuale Differenz zwischen Männer- und Frauenlohn im Verhältnis zum Männerlohn bezeichnet. In den vergangenen Jahren hat sich diese Zahl nur sehr langsam verringert.

Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. „Um den Gender Pay Gap merklich und nachhaltig zu verringern, müssen endlich Berufe, in denen Frauen tätig sind, aufgewertet und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser auf alle Geschlechter verteilt werden. Außerdem müssen Zugangshürden für Frauen in Führungspositionen konsequenter abgebaut werden“, so Hedwig Schouten, Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg.

Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Amts für Stadtforschung und Statistik Nürnberg/Fürth beträgt der Gender Pay Gap in Nürnberg derzeit 14,8 Prozent. Weitere Informationen zum lokalen Gender Pay Gap hier (Bericht M523)

Aufwertung und mehr Tarifbindung

Die Benachteiligung von Frauen bei der Bezahlung hat auch für den DGB Mittelfranken und seine Mitgliedsgewerkschaften vor allem strukturelle Ursachen. „Wir brauchen dringend eine Aufwertung der Berufsfelder, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Unsere Forderung lautet deshalb: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“, sagt DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll. Öffentliche Arbeitgeber können bei der aktuellen Tarifrunde für den Sozial- und Erziehungsdienst mit gutem Beispiel vorangehen und die finanzielle Anerkennung anspruchsvoller Tätigkeiten, beispielsweise von Erzieherinnen und Erziehern, deutlich verbessern. Im Jahr 2020 waren in Nürnberg bei den Frauen 20,7 Prozent im Niedriglohnbereich beschäftigt und lagen damit unter der bundeseinheitlichen Bruttolohnschwelle von 2 284 Euro. Gewerkschafter Doll kritisiert Arbeitgeber, „die sich aus der sozialen Verantwortung stehlen und sich der Tarifbindung entziehen. Wir müssen den Kampf für Tarifverträge vor allem in den Branchen führen, in denen besonders viele Frauen arbeiten. Denn dort, wo Tarifverträge gelten, ist die Entgeltlücke um ganze zehn Prozentpunkte kleiner.“

Darauf, dass sich diese Forderungen seit vielen Jahren wiederholen, die geschlechtsspezifische Lohnlücke sich aber nur sehr langsam verringert, wollen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Industriegewerkschaft Metall (IGM), die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zusammen mit dem DGB Mittelfranken und der städtischen Gleichstellungsstelle aufmerksam machen. Den diesjährigen Equal Pay Day begehen die Akteurinnen und Akteure in der Karolinenstraße / Ecke Ebracher Gässchen. Interessierte sowie Passantinnen und Passanten werden auf den Gender Pay Gap aufmerksam gemacht, können sich über Ursachen und Auswirkungen informieren und erhalten Tipps, was sie selbst tun können, um zur Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke beizutragen.

Grundlage für die Berechnung des unbereinigten, bundesweiten und amtlichen Gender Pay Gap bilden die Bruttostundenlöhne aus der Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamts. Da diese Daten nicht auf Kreisebene erhoben werden, wird für die Berechnung des Equal Pay Day in Nürnberg und Fürth auf die monatlichen Medianbruttoentgelte der in Vollzeit erwerbstätigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Kerngruppe zurückgegriffen, die von der Bundesagentur für Arbeit berichtet werden. Die Daten sind nur sehr eingeschränkt vergleichbar.


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