Deutscher Gewerkschaftsbund

08.10.2020

Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst: Applaus reicht nicht

„Man kann nicht ernsthaft verlangen, dass die Beschäftigten die Füße stillhalten und sich aufs Betteln zurückziehen“, sagt Mittelfrankens DGB-Chef Stephan Doll. „Streiks verursachen die, die keine höheren Löhne zahlen wollen und nicht die, die für höhere Löhne kämpfen“, stellt Doll klar.

„Noch vor wenigen Wochen wurde Beschäftigten in Krankenhäusern, Kindertagesstätten, der Stadtreinigung, der Müllabfuhr, bei Bauhöfen, beim Nahverkehr oder bei der Bundesagentur für Arbeit für die rasche Abwicklung von Kurzarbeitsanträge noch das Prädikat „systemrelevant“ verliehen. Bei der Durchsetzung der Tarifforderung nach dringend notwendig höheren Löhnen wird es jedoch plötzlich still bei den Arbeitgebern und der Politik“, so Doll.

Am 1. Mai diesen Jahres hat der DGB Mittelfranken von allen Seiten viel Zustimmung dafür erhalten, dass Applaus nicht ausreichen wird, erinnert Stephan Doll. „Jetzt gilt es Farbe und Solidarität zu bekennen“, fordert er.

Hat sich das Klima gedreht?

Aus Sicht des DGB haben die Beschäftigten einen anderen Umgang verdient. In den letzten Tagen mehrfach geäußerte öffentliche Meinungen aus der Nürnberger Stadtspitze und Presseberichte tragen nicht zu einem solidarischen Klima in der Bevölkerung bei.

Der DGB Mittelfranken ist überzeugt, dass die Bevölkerung eine gerechtere Entlohnung für systemrelevante Berufe befürwortet.

Eine Unterteilung in Helden und Nichtheldinnen hält Doll nicht für angebracht. „Alle Beschäftigtengruppen der öffentlichen Daseinsvorsorge tragen dazu bei, dass das öffentliche Leben funktioniert. Aber das hat seinen Preis“, sagt Gewerkschafter Doll.

Für ihn werden durch diese Auseinandersetzung auch der gesellschaftliche Wert von Tarifverträgen und die Verteilungsfrage noch einmal besonders deutlich, was auch Signalwirkung für andere Bereiche habe.

Abschließend stellt Stephan Doll fest, der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften kämpfen dafür, dass die Folgen der Corona-Pandemie nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.


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