Deutscher Gewerkschaftsbund

10.04.2015

Aufruf zum 1. Mai in Erlangen

Das Motto des DGB zum 1. Mai 2015 steht bundesweit im Zeichen von guter Arbeit und einer neuen Ordnung der Arbeitswelt. In Erlangen konnte die Zahl der Arbeitsverhältnisse von 81.657 im Jahr 2003 auf 102.624 im Jahr 2013 gesteigert werden.

Gleichzeitig ist der Anteil a-typischer Beschäftigung aber massiv gewachsen. Arbeitsverhältnisse in Teilzeit, Werkverträgen, Leiharbeit, Mini und Midi-Jobs sind im gleichen Zeitraum von 28,0% auf 37,7% gestiegen. Viele dieser Arbeitsverhältnisse sind prekär. Sie sind geprägt durch Arbeitsplatzunsicherheit, fehlende soziale Absicherung, unzureichende oder gänzlich fehlende gesetzliche und tarifliche Regelungen, Niedriglohn verbunden mit Armutsrisiko spätestens im Rentenalter. Viele Betroffene sind zur Existenzsicherung auf zwei oder drei Arbeitsverhältnisse angewiesen.

erlangen

DGB Mittelfranken

Endlich: Gesetzlicher Mindestlohn durchgesetzt, Dunkelziffer bleibt

Der gesetzliche Mindestlohn wurde nach Jahren gewerkschaftlichen Kampfes zum 1. Januar endlich eingeführt. Er soll den Trend zu immer mehr prekärer Arbeit stoppen. Nach vorliegenden Studien gibt es allein in Erlangen weit mehr als 10.000 betroffene Arbeitsverhältnisse, davon fast 2.500 in Vollzeitarbeit, die große Mehrheit in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Vielfach wurde der Mindestlohn eingeführt, manchmal mit einer unzulässigen Anrechnung anderer Leistungen. Dennoch bleibt eine hohe Dunkelziffer. Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes verhindert die Inanspruchnahme des gesetzlichen Anspruchs.

 

Nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei in Rente

Der abschlagsfreie Zugang zur Rente nach 45 Versicherungsjahren ist ein weiterer wichtiger Erfolg der menschengerechten Gestaltung unserer Arbeitswelt. Mehrere Erlanger Großunternehmen haben einen massiven Arbeitsplatzabbau angekündigt. Diese gesetzliche Rentenreglung zusammen mit der tarifvertraglich gesicherten Altersteilzeit schafft die Chance betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern; aber nur dort, wo Betriebsräte und Vertrauensleute für eine starke gewerkschaftliche Durchsetzungskraft sorgen.   

 

Die Arbeit der Zukunft europaweit und kommunal gestalten

Die „Arbeit der Zukunft gestalten“ umfasst aber mehr als Bezahlung und Arbeitszeit:  Entgeltgleichheitsgesetz für Frauen, familiengerechte Arbeitsbedingungen, Grenzen für technisch mögliche, aber sozial unverträgliche „Arbeit ohne Ende“, Qualifizierungsoffensive, Beseitigung der Langzeitarbeitslosigkeit, eine zukunftsorientierte europäisch abgestimmte Industriepolitik und  Energiewende.

Kommunalpolitische Forderungen für die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen vor Ort hat der DGB Erlangen zu den Kommunalwahlen 2014 erstellt. Zum 1. Mai 2015 wird ein erstes Fazit gezogen werden.

 

Kontra der Macht der Finanzmärkte:

Einheitsgewerkschaft erhalten, Streikrecht sichern

Vor 125 Jahren wurde der 1. Mai zum Kampftag für den Achtstundentag, später zum internationalen „Tag der Arbeit“. Vor 70 Jahren wurde Deutschland am Ende des zweiten Weltkriegs vom Faschismus befreit. Wenig später wurde in Aachen die Einheitsgewerkschaft gegründet, als Konsequenz aus der Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung  in der Weimarer Republik. Gemeinsames solidarisches Handeln war und ist unsere Stärke,

gemäß unserem Grundsatz: „Ein Betrieb - Eine Gewerkschaft – Ein Tarifvertrag“. Durch das Agieren unsolidarischer Berufsverbände droht ein Unterlaufen dieses Prinzips. Das muss verhindert werden ohne dadurch das im Grundgesetz geschützte Streikrecht einzuschränken.

Gegen die Macht der Finanzmärkte und gegen undemokratische und intransparente  „Freihandelsabkommen“ hilft die Einheit der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft. Statt eines TTIP und CETA brauchen wir „Fair – Handelsabkommen“!

 

„Die Arbeit der Zukunft – gestalten wir“ mit starken, aktiven Gewerkschaften!

Der DGB Erlangen ruft alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf:

Beteiligt euch am 1. Mai 2015!


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