Deutscher Gewerkschaftsbund

02.02.2018
Jahresauftakt 2018

IG BAU-Bundesvorsitzender: Kräfteverhältnisse nach links verschieben

von Norbert Feulner

DGB-Chef Stephan Doll begrüßte gestern rund 150 Teilnehmer aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Kirchen, Sozialverbänden, Gewerkschaften und Stadtgesellschaft im Nürnberger Gewerkschaftshaus. Die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Bündnispartnern stellte Doll besonders heraus. „Nur zusammen können wir wichtige gesellschaftliche Fragen wirkungsvoll gemeinsam in die Politik tragen." Als Beispiel nannte er das Thema Rente und Altersarmut. Große Sorge bereite den Menschen auch eine Verrohung der Sprache sowie rechte Hetze. „Der Kampf gegen Rechts ist dringender denn je, deshalb müsse dieser endlich strukturell und dauerhaft gefördert werde“, forderte der DGB-Chef.

Wem gehört die Zeit?

Die aktuelle Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie um höhere Löhne und befristete Arbeitszeitverkürzung unterstützt der DGB aus vollem Herzen. „Dahinter steht die Frage: Wem gehört die Zeit? – und das ist eine Machtfrage“, sagte Doll. Und ergänzt: „Unser Kampf endet nicht am Werkstor, wir mischen uns in die Politik ein.“

Bürgermeister Christian Vogel dankte dem DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften in einem Grußwort für den entschlossenen gemeinsamen Kampf gegen Rechts und für eine soziale Stadtgesellschaft.

Politischer Stillstand

Hauptredner Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, bedauerte den politischen Stillstand im Lande: „Ich habe wenig Hoffnung, dass die Bürgerversicherung im Gesundheitswesen kommt oder eine Steuerreform, die ihren Namen verdient.“ Aus seiner Sicht reichen die Einigungen im Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD bei Weitem nicht aus, damit das Land gerechter würde. „Wer redet heute noch von einer Vermögenssteuer oder einer Vermögensabgabe der Reichsten“, fragte Feiger.

Als Vorsitzender der Umweltgewerkschaft IG BAU sieht er sich in der Pflicht, klipp und klar zu sagen: „Die CO2-Ziele müssen eingehalten werden.“ Es bringe aus seiner Sicht nichts, das Ende des CO2-Zeitalters nach hinten schieben zu wollen. „Wir sehen es schon heute: Trockenphasen, Stürme, Hochwasser, Wald- und Arternsterben. Deutschland ist vom Klimawandel betroffen, deshalb darf sich die Politik nicht von ihren Zielen verabschieden“, mahnte Feiger.

Vor dem Jahresauftakt sprach Feiger zu den Streikenden der IG Metall bei ZF Gusstechnologie und Federel Mogul in der Nopitschstraße in Nürnberg, die sich in einem Ganztagesstreik befanden. Begleitet wurde Feiger von DGB-Chef Stephan Doll.

Fotos vom Jahresauftakt 2018

DGB Jahresauftakt

DGB-Chef Stephan Doll bei der Begrüßung der Gäste DGB Mfr. / Norbert Feulner

DGB Jahresauftakt

DGB Mfr. / Norbert Feulner

DGB Jahresauftakt

Bürgermeister Christian Vogel DGB Mfr. / Norbert Feulner

DGB Jahresauftakt

DGB Mfr. / Norbert Feulner

DGB Jahrsauftakt

IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger DGB Mfr. / Norbert Feulner

DGB Jahresauftakt

Robert Feiger DGB Mfr. / Norbert Feulner

Fotos vom Besuch von Robert Feiger beim Warnstreik der IG Metall Nürnberg in der Nopitschstraße bei ZF und Federel Mogul

IGM-Warnstreik

Robert Feiger (Mitte) im Gespräch mit Stephan Doll (links) und Hans Beer (IG BAU-Bezirksleiter) DGB Mfr. / Norbert Feulner

IGM-Warnstreik

Kämpferischer Warnstreik: Die Tore sind geschlossen DGB Mfr. / Norbert Feulner

IGM-Warnstreik

Aufforderung an die Arbeitgeber, ihre Blockadehaltung zu stoppen: von links DGB-Regionsgeschäftsführer Stephan Doll, IGM-Berzirksleiter Jürgen Wechsler, IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger, 1. Bevollmächtigter IG Metall Nürnberg Andreas Weidemann DGB Mfr. / Norbert Feulner


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