Deutscher Gewerkschaftsbund

06.07.2017
Dialog über Arbeitszeit

Erzbischof Ludwig Schick im Gespräch mit Gewerkschaften

von: Norbert Feulner

Das Motto „Meine Zeit ist mein Leben“ bildete diesmal den Rahmen für den von der Katholischen Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg regelmäßig organisierten Dialog zwischen Kirche und Gewerkschaft. Drei Impulse gaben einen Einblick in die Arbeitswelt von heute. Belastungen für Mensch und Gesellschaft wurden benannt und Ursachen aufgespürt.

Belastungen durch Schichtarbeit, Holen aus dem Frei, Hetze in der Pflege, Sonntagsarbeit, verkaufsoffene Sonntage und permanente Erreichbarkeit laufen einer Humanisierung der Arbeitswelt entgegen. Besonderer Bedeutung habe dabei der arbeitsfreie Sonntag. „Der Sonntag dient auch dazu, den Horizont zu erweitern“, sagte Erzbischof Schick. Der Mensch braucht Ruhezeiten, die auch seine Lebensqualität bestimmt. Lob, Anerkennung und die Suche nach dem Guten sind wichtig in der Arbeitswelt. „Wenn die Arbeit nicht human ist, kann die Gesellschaft und die Welt nicht human sein“, sagte Schick.

Die Entgrenzung von Arbeit wird individuell erlebt. Der Geschäftsführer der DGB Region Mittelfranken, Stephan Doll, ist sich jedoch sicher, „dass die Ursachen in einer jahrzehntelangen neoliberalen Politik zu finden sind.“ Dies habe auch zur Folge, dass die Vermögensverteilung immer ungleicher wird. Dazu Schick: „Wir haben eine Gerechtigkeitslücke.“ Diese werfe Machtfragen auf. Eine Herausforderung für Gewerkschaften liege darin, vor allem prekär Beschäftigte zu kollektivem und politischem Handeln zu ermuntern, wie Gewerkschaftssekretärin Jaana Hampel feststellte.


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