Deutscher Gewerkschaftsbund

06.06.2018

Neuwahlen im KV Fürth: Ruth Brenner als Vorsitzende einstimmig gewählt

von Norbert Feulner

Mit Blick auf den Anteil atypischer Beschäftigung in der Stadt Fürth, den Landkreisen Fürth sowie Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim gibt es aus Sicht von DGB-Chef Doll noch viel zu tun: „Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind oft prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Die Menschen wollen nicht länger zusehen, dass die Arbeitsbedingungen in manchen Branchen zunehmend verschlechtert werden.“ Deshalb hält Doll am Normalarbeitsverhältnis fest und zwar „unbefristet, sozial abgesichert, tariflich entlohnt und in Vollzeit. Eine starke Kaufkraft kommt auch den Kommunen zugute.“

2016 beträgt der Anteil atypischer Beschäftigung an allen abhängig Beschäftigten in der Stadt Fürth 36,8 Prozent (19.159 Beschäftigte), im Landkreis Fürth 41,7 Prozent (11.855) und im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 42,6 Prozent (15.838). Die Steigerungen zum Vergleichsjahr 2003 betragen zwischen sieben und zehn Prozent. Atypische Beschäftigung beinhaltet Teilzeitarbeit, sogenannte Mini-Jobs, befristete Beschäftigung, Leiharbeit sowie neue Formen der Scheinselbstständigkeit und Werkverträge.

„Was zunehmend zum Problem wird, ist die ungerechte Verteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft, bei gleichzeitiger Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Menschen. Diese Entwicklung muss gestoppt werden,“ fordert die neue DGB-Kreisvorsitzende Ruth Brenner. Sie sieht eine Gefahr noch an anderer Stelle: „Rechtextreme sind Trittbrettfahrer der sozialen Frage. Dies sehe ich mit großer Sorge. Politik in Bund, Land und Kommune muss sich in erster Linie um Benachteiligte kümmern und darf die Schuld für Versäumnisse in der Vergangenheit nicht auf Flüchtlinge von heute schieben. Die steigende Altersarmut ist bedingt durch politische Entscheidungen der letzten Jahre und nicht durch das Ansteigen von Flüchtlingszahlen in den Jahren 2015 und 2016. Vor allem die Arbeit der neuen und alten Regierungskoalition werden wir daran messen, ob sie die Spaltung der Gesellschaft überwinden will“, sagt Brenner.

In der Debatte für mehr Lebensqualität und gegen eine zunehmende Entgrenzung von Arbeitszeiten, tritt der DGB Mittelfranken für den Schutz des arbeits- und einkaufsfreien Sonntags ein. „Wir bedauern sehr, dass die Stadt Fürth die durch obergerichtliche Rechtsprechungen entwickelten Voraussetzungen in ihrer Sonntagsverkaufsverordnung ignoriert. Gegen die Durchführung verkaufsoffener Sonntage wird der DGB zusammen mit der kirchlich-gewerkschaftlichen Sonntagsallianz weiter vorgehen“, kündigt Stephan Doll an.


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